Tobias von der Heide

Tobias von der Heide
Bildung, Jugend, Kirche, Bundeswehr

Unternehmergeist | | Nr. 31/20

TOP 14: Gründergeist an unseren Schulen stärken

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Titel unseres Antrages „mehr Unternehmergeist in Schleswig-Holsteins Schulen“ beschreibt, was wir erreichen wollen. Es gibt bereits viele Projekte zu Gründungen, Entrepreneurship und StartUps - gerade im Hochschulbereich -, aber aus unserer Sicht fehlt es noch an der Stärkung des Gründergeistes an unseren Schulen. In den Schulen schlummern junge und frische Ideen, die nur darauf warten geweckt und auch gefördert zu werden. Wir wünschen uns in der beruflichen Orientierung noch mehr den Fokus darauf, dass man neben einer abhängigen Beschäftigung auch selber Unternehmer werden kann. So schön der Landesdienst auch sein mag, es kann nicht unser Ziel sein, dass sich jeder wünscht, am Ende seiner Ausbildung Beamter zu werden. Es muss auch Menschen geben, die für die Steuereinnahmen sorgen aus denen auch die Wohltaten, die wir hier oft diskutieren, bezahlt werden.

Ein anderer Aspekt: Christian Miele, Vorsitzender vom Bundesverband Deutsche StartUps sagte vor kurzem „Wir können in einzelnen, wichtigen Feldern durchaus noch Weltmarktführer aufbauen.“ Es sollte unser Ansporn sein, dass wir auch aus Schleswig-Holstein neue Weltmarktführer entwickeln wollen. Schleswig-Holstein ist im Vergleich zu anderen Bundesländern im produzierenden Gewerbe eher schwach aufgestellt. Es sind oft agile und innovative Mittelständler, die aus einer klugen Idee entstanden sind, die heute Weltmarkführer sind. Solche Geschichten kann man schon in der Schule fördern und unterstützen.

81,7 % aller Gründerinnen und Gründer verfügen über einen Hochschulabschluss, nur 14,8 % verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder das (Fach-) Abitur. Wenn wir uns fragen, wer heute ein Startup gründet, erhält auch aus dem DSM Bericht einen Einblick. 54,1% der Gründer waren bereits zu Schulzeiten leistungsstark, interessierten sich für Politik oder engagierten sich in der Schülervertretung. 14,2 % der Befragten interessierten sich bereits zu Schulzeiten für wirtschaftliche Aspekte, allerdings sind auch 21% während ihrer Schulzeit negativ aufgefallen.

Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr in dem „Bericht über den Stand der Erarbeitung des neuen Gesamtkonzepts für die Berufliche Orientierung an den Schulen in Schleswig-Holstein“ mit dem Thema Entrepreneurship Education an Schulen befasst. Dieser hatte aufgezeigt, dass wir gute Ansätze in Schulen haben. Ich würde es mir wünschen, dass wir es in den kommenden Jahren schaffen, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal in seiner Schullaufbahn mit den Themen Startup, Gründergeist und Entrepreneurship Education in Berührung kommt.

Dazu gibt es auch heute schon gute Beispiele. Am RBZ Wirtschaft hier in Kiel wird das Cafe Kilimanjaro betrieben. Die Schüler, die sich auf ihren Abschluss vorbereiten, betreiben mit Hilfe ihrer Lehrkräfte eine öko-faire Cafeteria. Einmal pro Woche öffnet das Café für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte seine Türen. Die Mitarbeitenden bieten heiße und kalte Getränke aus ökologischer Produktion und Fairem Handel sowie Gebäck und kleine Snacks (z. T. selbst hergestellt) an. Auch für Veranstaltungen innerhalb der Schule stellt das Café Kilimanjaro den Rahmen und das etwa 15-köpfige Team des Cafés übernimmt das Catering. Am praktischen Beispiel lernen die Schüler/innen somit die Grundlagen kaufmännischen Handelns. Von den Grundzügen der Warenwirtschaft über ganzheitliche Produktqualität bis zum Rechnungswesen werden viele Bereiche angesprochen. Das Café entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter.

Ein anderes Beispiel sind Fortbildungen. Die Herman-Ehlers-Akademie bietet dazu verschiedene Workshops für Lehrkräfte an, gerade auch zum Thema Social Entrepreneurship. Lehrkräfte werden darauf vorbereitet Schülerinnen und Schüler für das Unternehmertum zu begeistern. Eine Methode, die ich ganz spannend fand, ist der Einsatz von Lego Serious Play. Wo durch das organisierte verbauen von Legosteinen neue Ideen für Produkte und Prozesse entstehen.

Es gibt also auch schon die eine oder andere Aktivität, die wir in Schleswig-Holstein haben. Unser Ziel muss es sein, diese Angebote auszubauen, vor allem aber auch zu vernetzten, damit wir am Ende jede Schülerin und jeden Schüler für das Unternehmertum begeistern. Unser Antrag soll dazu einen Beitrag leisten.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

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