| Nr. 077/07

zu TOP 24: Für Schwerstabhängige ein Akt der Menschlichkeit

Sie haben den Antrag zur Fortsetzung der kontrollierten Heroinvergabe in Deutschland gestellt, als die Beendigung des Modellversuches zum Juni 2007 in Aussicht stand.

Diese „Gefahr“ ist inzwischen gebannt.

Gebannt u.a. durch den vehementen Einsatz der Ministerpräsidenten Koch und von Beust, in deren Bundesländern sich Städte befinden, die an dem Modellversuch teilnehmen.

Das Modellprojekt wurde im Februar 2002 begonnen und umfasste zu dem Zeitpunkt 1032 Heroinabhängige in sieben Städten.

Viele standen dem Experiment sehr kritisch gegenüber, auch aus den CDU-Fraktionen.

Die CDU Schleswig-Holstein hat sich in ihrem Wahlprogramm 2005 für die Abgabe von Heroin als Medikament für die Behandlung von Schwerstabhängigen ausgesprochen.

Dieses geschieht im Modellprojekt nach klaren Kriterien, mit dem Ziel:

- Verbesserung des Gesundheitszustandes

- Verringerung des Konsums illegaler Drogen

- Abkehr von der Drogenszene

- Verbesserung der sozialen Situation

- Rückgang der Beschaffungskriminalität.

Zurzeit befinden sich noch ca. 300 Personen in dem Modellprojekt. Die das Modellprojekt begleitende Studie bescheinigt der heroingestützten Behandlung im Vergleich zur methadongestützten Behandlung eine größere Wirksamkeit.

Allerdings, und auch das gehört in diesen Zusammenhang, ist die heroingestützte Behandlung mit 18.000 Euro/Patient dreimal so teuer wie die Methadonbehandlung mit ca. 6.000 Euro/Patient.

Die CDU-Landtagsfraktion erkennt vor den Hintergründen, dass Schwerstabhängige durch die heroingestützte Behandlung nicht mehr auf der Straße leben müssen, keine Beschaffungskriminalität begehen müssen, größtenteils wieder eine eigene Wohnung haben und Ihnen letztlich damit das Überleben gesichert wird, die Notwendigkeit der Fortführung des Modellprojektes.

Wir lehnen allerdings die Zulassung des synthetisch hergestellten Heroins „Diamorphin“ als Medikament ab, wie wir auch ein bundesweites Netz an Drogenambulanzen ablehnen.

Vielmehr haben wir uns aus unserer Sicht mit den Ergebnissen der UNICEF Studie im Hinblick auf das Risikoverhalten deutscher Jugendlicher zu beschäftigen.

Hier liegt Deutschland vor Großbritannien auf dem vorletzten Platz. Hauptgrund ist das Rauchen. In keinem anderen Land rauchen so viele junge Menschen, im Vergleich mit 29 Industriestaaten, einschließlich Russland wie in Deutschland.

Beim Alkoholkonsum geben 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren zu, zweimal oder öfter betrunken gewesen zu sein. In Frankreich und Italien sind es unter 10 Prozent.

Die Bereitschaft Cannabis zu konsumieren steigt kontinuierlich.

Das heißt für mich weiterhin Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, einzusetzen, und auf ihre Wirksamkeit und Rechtsverbindlichkeit hin zu überprüfen.

Die heroingestützte Behandlung für Schwerstabhängige ist vielleicht nicht der Königsweg, aber im Moment der einzig gangbare, als ein Akt der Menschlichkeit. Um über die Methode und die Studienergebnisse sprechen zu können, stimmen wir einer Überweisung in den Sozialausschuss zu.

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Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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