| Nr. 184/07

zu TOP 26 und 37: Moderne Kohlekraftwerke für Schleswig-Holstein unverzichtbar

Es gilt das gesprochene Wort!

Der Anfang Mai in Bangkok veröffentlichte dritte Bericht des Weltklimarates IPCC, ein UNO-Gremium, weist auf die Brisanz des CO2-Ausstoßes hin und auf die schädlichen Wirkungen dieser Emissionen für das Klima. Wohl kaum jemand zweifelt noch an dieser Korrelation.

Es heißt in dem Klimabericht, dass der CO2-Ausstoß nur noch bis zum Jahre 2015 wachsen dürfe, um den Temperaturanstieg mit seinen teilweise verheerenden Auswirkungen in verschiedenen Gebieten der Welt bis Ende des Jahrhunderts nicht über 2,4 Grad wachsen zu lassen. Deshalb sei es zwingend notwendig, den CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2050 weltweit um 50 bis 85% zu senken.

In dem Bericht heißt es auch, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung von heute weltweit 18% auf 30 bis 35% wachsen kann. Mehr ist unrealistisch. Auch heißt es im Bericht, dass der heutige Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromerzeugung von 16% auf 18% möglich sei, also Kernenergie gefordert wird.


Schon diese wenigen Ausführungen zum aktuellen Bericht der UNO zeigen die Probleme bei der Beurteilung der Energieerzeugung auf, die regional, landesweit oder auch parteipolitisch begründet sind.

So wie es die Grünen wollen, nämlich

• keine neuen Kohlekraftwerke bauen, was ja bedeuten würde, dass die alten mit deutlich höheren Emissionen weiter laufen müssten
• und zeitlich parallel die Abschaltung der Kernkraftwerke fordern, würde dazu führen, dass unser hochmodernes Land total im Dunkeln stehen würde, wenn auch noch Windstille herrscht und die Windkraftflügel schlaff in der Luft hängen.

Kohle- wie Gaskraftwerke und heute auch Kernkraftwerke sind unersetzbar zur Sicherstellung der Stromgrundlast von mindestens durchschnittlich 50% des Gesamtbedarfs an Strom.

Mit Recht weisen die Grünen in ihrem Antrag darauf hin, dass die Bundesregierung eine Verringerung des CO2-Ausstoßes in Europa um 60-80% für notwendig hält, um den Klimawandel zu begrenzen. Aber wenn sich der Antragsteller schon auf die Bundesregierung beruft, dann sollte auch im Antrag erwähnt werden, dass die Bundesregierung - durch den Bundesumweltminister – im aktuellen 8-Punkte-Programm zur Reduzierung schädlicher Treibhausgase um 270 Mio. Tonnen bis zum Jahre 2020 auch ausdrücklich den Bau neuer, moderner Kohlekraftwerke fordert.

Und zwar deshalb fordert, weil der Bundesumweltminister - bisher jedenfalls – von einer Laufzeitenverlängerung der 17 deutschen Kernkraftwerke, die 170 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr verhindern, nicht zu überzeugen ist, obwohl eine Laufzeitverlängerung klimapolitisch dringend geboten ist. Er wendet sich sogar öffentlich gegen die Aussagen des neuesten UNO-Klimaberichtes bezüglich des dort verlangten Anteils der Kernenergie an der Stromerzeugung.

Der Bundesumweltminister betont eindeutig, dass moderne Kohlekraftwerke mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad und deutlich geringerem CO2-Ausstoß gegenüber alten Kohlekraftwerken den CO2-Ausstoß deutlich senken werden.

Unsere Landesregierung setzt sich mit Recht für den Bau hochmoderner Kohlekraftwerke ein. Unser Land unterstützt damit die Energiepolitik der Bundesregierung bezüglich moderner Kohlekraftwerke.


Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die bundespolitisch vergleichbar ist mit unserer Investitionsbank, hat den Auftrag von der Bundesregierung, die Finanzierung des Baus moderner Steinkohle- und Gaskraftwerke zu finanzieren, um Altanlagen zu ersetzten und damit die Belastung der Umwelt und des Klimas zu senken. Erstmals seit mehr als zehn Jahren wird in Deutschland, nämlich in Nordrhein-Westfalen, wieder ein neues Steinkohlkraftwerk gebaut. Die Anlage – so heißt es im Magazin der KfW-Bankengruppe Ausgabe 2/07 - setzt international neue Standards.

Weiter heißt es in dieser Ausgabe, dass ohne fossile Energieträger – trotz des Vormarsches der Erneuerbaren – die Stromversorgung in Deutschland noch auf viele Jahre nicht gesichert werden kann. Wind, Sonne, Wasser und Co. decken heute in Deutschland zwölf % des gesamten Stromverbrauchs, zum Glück sind es in Schleswig-Holstein durch die starke Windkraftnutzung fast 30%. Wir begrüßen es, dass die Windkraft mal den gesamten Strombedarf in unserem Land decken wird. Wir müssen aber akzeptieren, dass dann auch die Kapazität an Kohle- und Gaskraftwerken steigen muss, um die Stromgrundlast sicherzustellen.

Ganz klar sei betont, dass eine Ablösung von Kernenergie – ob diese nun ohne Laufzeitverlängerung oder nach einer Verlängerung erfolgt - durch Kohlekraftwerke nicht zu akzeptieren ist. Das würde den Klimaschutzzielen diametral entgegenstehen.

Der positive Beitrag der Kernenergie zum Klimaschutz, der mit der Laufzeitbeendigung wegfallen würde, kann und darf nur ausgeglichen werden durch den verstärkten Einsatz regenerativer Energien und durch die Ausschöpfung des gesamten Energieeinsparpotentials. Hier liegen noch gewaltige Aufgaben vor uns, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Aber der Ersatz alter Kohlekraftwerke durch moderne Kraftwerke mit deutlich geringeren Emissionen und höheren Wirkungsgraden kann kein Tabu sein, auch nicht in Schleswig-Holstein. Denn nicht neue Kraftwerke bedrohen das Klima, sondern der Weiterbetrieb alter Kraftwerke.

Eine Erhöhung des Wirkungsgrades moderner Kohlekraftwerke um 5% bedeutet einerseits eine Senkung des Brennstoffeinsatzes um 15% wie auch gleichzeitig eine Senkung der CO2-Emission um 15%. Heute nutzen die besten Stein- und Braunkohlekraftwerke den Brennstoff zu etwa 43%, die schlechtesten zu 30%. 50% Wirkungsgrad für modernste Kohlekraftwerke ist ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel mit positiven Auswirkungen auf die Emissionsreduzierung.


Bis zum Jahre 2020 müssten moderne Kraftwerke mit insgesamt 40.000 Megawatt Leistung in Deutschland neu gebaut werden. Für den Zeitraum von 2008 bis 2012 ist die Inbetriebnahme von 23 Steinkohle- und drei Braunkohlekraftwerken in der Bundesrepublik geplant. Dazu gehören auch die modernen Steinkohlekraftwerke in Schleswig-Holstein. Der damit zunächst verursachte Anstieg der CO2-Emissionen muss mit schnellstmöglichem Abschalten alter Kraftwerke deutlich unter das Ausgangsniveau gesenkt werden.

„Voraussetzung für Kohle als Energieträger seien Investitionen in saubere Technologien“, so die EU-Kommission. Sie will deshalb die Entwicklung sauberer Kohletechnologien im Zuge des 7. Forschungsrahmenprogramm fördern. Dazu gehört auch die Forschung und Entwicklung der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) mit dem Ziel der Abtrennung und Speicherung von CO2. Auf einer Tagung von internationalen Fachleuten aus Europa, Indien, Südafrika und vielen Schwellenländern sowie EU-Politikern im Februar 2007 in Leipzig wurde ein Memorandum verabschiedet mit dem Ziel, die Technologien bis zum Jahre 2020 marktreif zu haben.

Moderne Kohlekraftwerke mit deutlich höheren Wirkungsgraden werden zur Grundlasterzeugung noch viele Jahre benötigt. Da sich bei Stilllegung alter Kohlekraftwerke die CO2-Emmission drastisch reduzieren und eine Grundlast an kontinuierlicher Stromversorgung sicher gestellt werden muss, bleibt der Neubau moderner Kohlekraftwerke eine Option für eine verantwortliche Energiepolitik.

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Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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