| Nr. 074/07

zu TOP 26: 7. Forschungsrahmenprogramm setzt neue Akzente

Auf fast 54 Milliarden Euro, das ist eine Erhöhung von mehr als 40 % gegenüber dem bisherigen Betrag, wird das 7. Forschungsprogramm der EU für den Zeitraum von 2007 bis 2013 aufgestockt.

Das Forschungsprogramm soll die Realisierung der „Lissabonstrategie“ unterstützen, damit Europa zum „weltweit wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum“ wird.

Als wesentliche Neuerung des künftigen Programms – abgesehen von der beachtlichen Aufstockung der Mittel – wird die Errichtung des Europäischen Forschungsrates (EFR) genannt. Er soll nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft gezielt Grundlagenforschung in der EU unterstützen, als wichtiger Schritt für die Spitzenforschung in Europa. Der Forschungsrat, mit dem Programmschlagwort „Ideen“ bezeichnet, ist mit 7,5 Milliarden Euro ausgestattet.

Erwähnt – wie auch im Bericht der Landesregierung geschehen - sei auch das Programm „Menschen“, ausgestattet mit 4,7 Milliarden Euro mit dem Ziel, z.B. wissenschaftliche Karrieren anzustoßen und Forschern die Arbeit an ausländischen Forschungseinrichtungen und die Mitarbeit in internationalen Teams zu ermöglichen.

Für das Programm „Kapazitäten“ werden 4.2 Milliarden Euro gewidmet mit dem Ziel, z.B. modernste Laboratorien, Strahlenquellen, Datenbanken, Observatorien verfügbar zu machen. Dieses Programm ist insbesondere auch für die Forschung in kleinen und mittleren Unternehmen vorgesehen, wobei forschungsorientierte Cluster besonders gefördert werden.

Eine Vielzahl anderer Bereiche sind im Programm aufgeführt, man kann sagen, für jeden Forschungswilligen gibt es ein Programm.

„Die Chance auf über 50 Millionen Euro aus dem Forschungsprogramm für das Land nutzen“, so war der Appell unseres Wirtschaftsministers beim Auftakt zum 7. Forschungsrahmenprogramm in Schleswig-Holstein an Forscher und Unternehmer im November letzten Jahres.

Vielleicht können auch 100 Millionen Euro aus dem Forschungsprogramm genutzt werden, denn alleine in den letzten vier Jahren hat Schleswig-Holstein schon insgesamt 49 Millionen Euro für 140 Projekte an Land gezogen.

Spitzenforschungsprojekte wie z. B. „Future Ocean“ und „Entzündungsforschung“, für die im letzten Jahr von der Excellenz-Kommission des Bundes die Zustimmung zur Beantragung von Fördermitteln gegeben wurde, beweisen die hohe Kompetenz und Spitzenposition unseres Landes als Wissensstandort. Und solche Projekte machen hungrig auf mehr Spitzenforschung und Spitzentechnologie.

Der Bericht der Landesregierung beschreibt die Vorgehensweise zur Beantragung der Forschungsmittel. Halb-Jahres-Fristen für Bewerbungen, die Bildung von Konsortien mit Teilnehmern aus mindestens drei anderen Ländern, aber auch die Beantragung von Einzelpersonenförderung im Programm-Bereich „People“ oder auch die Förderung von nationalen Teams im Programm-Bereich „Ideen“, zeigen die ganze Vielfalt der Möglichkeiten.

Unabhängig davon, auf welcher Weise Anträge zu stellen sind, entscheidend ist, dass die Akteure zur Teilnahme am Forschungsprogramm motiviert werden und unser Land erstklassige Beratungsstrukturen zur Hilfestellung bei der Beantragung anbietet.

Da sind zu nennen das Euro-Info-Center bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein, das Innovations-Relay-Center bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH und unser Hanse-Office in Brüssel. Diese Kontaktstellen vermitteln auch weiter an überregionale Beratungsstellen mit exzellentem themenspezifischem Fachwissen. Angst für die Beantragung darf es nicht geben.

Jeder von uns kann bei unseren Gesprächen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen ein Initiator und Multiplikator für die Beantragung von EU-Forschungsgeldern sein. Also tun wir es auch.

Die Förderbedingungen des 7. Förderprogramms beinhalten eine grundsätzliche Förderquote von 50%. Diese kann je nach angestrebtem Ergebnis oder nach Projektart variieren, mal zu Gunsten, mal zu ungunsten des Antragstellers. Aber auch das dürften keine Hindernisse sein.

„Das Forschungsprogramm baut bürokratische Hürden ab, es setzt auf thematische Kontinuität, auf Innovation, Grundlagenforschung und Nachwuchsförderung. Es bildet damit die Basis für künftigen Wohlstand und ist ein Instrument der Zukunftssicherung“, so die Bundesbildungsministerin Annette Schavan am 18.Januar 2007 im Bundestag.

Die Lissabon-Ziele werden nicht automatisch mit der Verabschiedung des Finanzrahmens eines neuen Forschungsprogramms erreicht. Kreativität, Wagemut, Ideenreichtum, eigener nicht immer risikoarmer Einsatz von den Entscheidungsträgern gehören dazu, um die Zukunft für Europa und unser Land zu gestalten

In der EU-Forschungsförderung für den Zeitraum 2007 bis 2013 werden neue Akzente gesetzt. Nutzen wir sie umfassend für unser Land.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:

Verantwortlich:
Kai Pörksen
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

http://www.cdu.ltsh.de

Pressemitteilungen filtern

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen. Mit Klick auf den Button zeigen Sie sich einverstanden. Weiterlesen …
Akzeptieren