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zu TOP 39: Ein Ausblick auf die Folgejahre wäre wünschenswert gewesen

Freigabe Redebeginn.
Es gilt das gesprochene Wort.

Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein, das umfasst populäre Festivals wie das SHMF die Nordischen Filmtage, Museen wie Schloss Gottorf mit seinem Barockgarten, Kunstausstellungen, Musikstudios, Buchhandlungen, Verlage, Theater, Film- und Fernsehbetriebe, aber auch nicht zuletzt freischaffende bildende Künstler, Autoren und Musiker.

Sie alle sind Träger der Kultur unseres Landes – als bedeutender Standortfaktor, aber auch touristischer Magnet, Sachwalter des geschichtlichen Erbes oder Produzenten kultureller Werke der Gegenwart.

Ihre Leistungen finden ihren Niederschlag in dem nun vorliegenden Kulturwirtschaftsbericht, für dessen Erstellung ich dem Minister und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich danke.

Dieser Bericht gliedert sich in drei etwa gleichgroße Komplexe:
Erläuterung des neuen Verfahrens der Berichtserstellung.
Statistische Auswertungen, Schlussfolgerungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft und Förderung der kulturtouristischen Vermarktung.
Detailtabellen, Finanzierungsangebote und eine Zuwendungsrichtlinie.

Der mit viel Geduld zu lesende erste Block beschreibt die Grundlagen und Systematik der Berichtserstellung gemäß einer Einigung von Bund und Ländern im vergangenen Jahr zu einer einheitlichen Abgrenzung des Begriffes „Kulturwirtschaft“ auf Basis der Wirtschaftszweigsystematik des Statistischen Bundesamtes. Ziel ist es, eine Vergleichbarkeit der Berichte auf Bundes- und Landesebene zu erreichen. Kulturwirtschaft erstreckt sich demnach über elf Wirtschaftszweige, von der Musikwirtschaft über den Markt für darstellende Künste bis zur Software/Games-Industrie. Der Kulturtourismus ist nicht mehr offizieller Bestandteil. Der vorliegende Bericht ist daher keine Fortschreibung des Kulturwirtschaftsberichts aus dem Jahr 2004, sondern eine Darstellung statistischer Daten teilweise aus 2006 und teilweise aus 2007. Eine Entwicklung der Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein seit 2002, dem letzten ausgewerteten Jahr im Bericht 2004, ist bedauerlicherweise im vorliegenden Bericht nicht dargestellt.

Den Kern des Berichts bildet der zweite Block. Demnach betrug der Umsatzanteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der Gesamtwirtschaft Schleswig-Holsteins immerhin 1,8% oder 2,8 Mrd Euro, liegt damit zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 2,6%, aber prozentual auf gleicher Höhe mit Niedersachsen. Dieser Umsatz wurde in rd. 6000 Betrieben mit rd. 21.500 Erwerbstätigen erzielt. Auffallend ist hier der neu erfasste Wirtschaftszweig der Software/Games-Industrie, der mit rd. 6.400 Erwerbstätigen in 855 Betrieben fast ein Drittel stellt. Leider findet man jedoch im weiteren Bericht außer der Bezeichnung Softwarehäuser keine weitere Erläuterung des kulturellen Beitrags dieses Zweiges in Schleswig-Holstein.

Deutschlandweit sind 94% der Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft Kleinstunternehmen oder Freiberufler. Der Bericht stellt fest, dass in diesem Bereich Förderdefizite erkennbar sind, aber Erfahrungen zeigen, dass diese Betriebe von individueller, persönlicher Förderung profitieren können. Die zielgruppenspezifische Kommunikation über bestehende Fördermöglichkeiten soll in Schleswig-Holstein verbessert werden. Die Förderinstitutionen sollen für die Belange der Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft sensibilisiert werden. Zusätzliche spezielle Förderprogramme für Unternehmen der Kulturwirtschaft erscheinen der Landesregierung derzeit nicht erforderlich.

Im Abschnitt Kulturtourismus werden die kulturtouristische Marketingkampagne seit 2004 und die Förderung der kulturtouristischen Infrastruktur beschrieben. Aber zu meinem Bedauern gibt der Bericht keine Informationen über den Erfolg dieser Projekte oder ihre kulturwirtschaftlichen Auswirkungen.

Abschließend bleibt festzustellen, dass dieser Bericht eine „Momentaufnahme“ der Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein zu einem Zeitpunkt - dem Jahr 2007 - darstellt, der noch nicht von der Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst war. Es wäre wünschenswert gewesen, einen Ausblick auf die Folgejahre zu erhalten. Daher erwarte ich mit Spannung den für den Herbst avisierten Kulturentwicklungsplan.

Weitere Details des heute vorliegenden Berichts werden wir im Ausschuss diskutieren können.

Sie haben Fragen zu diesem Artikel? Sprechen Sie uns an:


Kai Pörksen (Pressesprecher)
Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
Telefon: 0431/988-1440

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